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Core Web Vitals: Ab jetzt zählt die Ladezeit bei Google mit

· von Oliver Misch · Lesezeit etwa 4 Minuten

Freundlicher Roboter, das Maskottchen von webplusmedia aus Bonn
Smartphone mit ladender Webseite in der Hand, daneben eine Stoppuhr und ein Laptop mit Messanzeige

Google hat Mitte Juni angefangen, das lange angekündigte Page Experience Update auszurollen. Damit werden die sogenannten Core Web Vitals, drei Messwerte für Ladezeit und Stabilität einer Seite, offiziell Teil des Rankings. Was das für die Webseite eines Betriebs aus Bonn bedeutet, in verständlichen Worten.

Was die drei Werte messen

LCP: Largest Contentful Paint

Wie lange dauert es, bis das größte sichtbare Element der Seite geladen ist, meist das Titelbild oder die große Überschrift? Google will hier unter 2,5 Sekunden sehen. Alles über 4 Sekunden gilt als schlecht. Bei den meisten Seiten, die wir uns ansehen, ist das der Wert mit dem größten Problem, und fast immer sind riesige, unkomprimierte Bilder der Grund.

FID: First Input Delay

Wie schnell reagiert die Seite, wenn der Besucher zum ersten Mal etwas anklickt oder antippt? Unter 100 Millisekunden ist gut. Lange Verzögerungen entstehen, wenn der Browser noch mit Skripten beschäftigt ist, etwa mit Werbe-Trackern, Chat-Fenstern oder Plugins, die auf jeder Seite laden, obwohl sie nur auf einer gebraucht werden.

CLS: Cumulative Layout Shift

Verschiebt sich die Seite beim Laden? Jeder kennt es: Man will auf einen Link tippen, im letzten Moment springt ein Bild oder ein Banner dazwischen und man trifft etwas anderes. Google misst, wie stark sich Inhalte verschieben, und will einen Wert unter 0,1 sehen. Ursachen sind Bilder ohne feste Größenangabe, nachträglich eingeblendete Hinweise und Schriften, die erst spät geladen werden.

Wie stark das Ranking beeinflusst wird

Google selbst sagt: Inhalt bleibt wichtiger. Eine Seite mit dem besseren Text und schlechten Werten schlägt weiterhin eine schnelle Seite mit dünnem Inhalt. Die Core Web Vitals wirken als Zünglein an der Waage, wenn zwei Seiten inhaltlich ähnlich gut sind. Für lokale Suchen, bei denen oft fünf Handwerker aus Bonn mit ähnlichen Seiten konkurrieren, ist genau das aber die typische Situation. Und: Die Werte zählen vorerst nur für die Mobilsuche, die bei den meisten Betrieben inzwischen mehr als die Hälfte der Besucher ausmacht.

So messen Sie Ihre Werte

Drei Wege, alle kostenlos. Erstens Google PageSpeed Insights: Adresse eingeben, zwei Minuten warten, Werte ablesen, getrennt für Handy und Desktop. Zweitens die Search Console, Bereich „Core Web Vitals“: Dort steht, welche Ihrer Seiten Google als gut, verbesserungswürdig oder schlecht einstuft, auf Basis echter Besucherdaten. Drittens in Chrome die Entwicklerwerkzeuge mit dem Reiter Lighthouse, wenn Sie es genauer wissen wollen.

Wichtig: PageSpeed Insights zeigt Labordaten und, wenn genug Besucher da waren, Felddaten. Für das Ranking zählen die Felddaten, also das, was echte Nutzer erleben. Kleine Seiten haben oft keine Felddaten, dann bleibt nur der Laborwert als Anhaltspunkt.

Was bei den meisten Seiten hilft

  • Bilder verkleinern und komprimieren. Ein Titelbild braucht keine 4.000 Pixel Breite und keine 3 MB. Moderne Formate wie WebP sparen zusätzlich die Hälfte.
  • Bildern und Videos feste Breite und Höhe geben, damit der Browser den Platz reserviert und nichts springt.
  • Plugins ausmisten. Jedes WordPress-Plugin, das auf jeder Seite Skripte lädt, kostet Zeit. Zehn Plugins reichen, dreißig sind zu viel.
  • Caching einschalten, damit der Server fertige Seiten ausliefert statt sie bei jedem Aufruf neu zu bauen.
  • Schriften lokal einbinden und mit font-display: swap laden, damit Text sofort sichtbar ist.
  • Externe Skripte hinterfragen: Chat-Widgets, Social-Media-Buttons, Kartendienste. Alles, was nicht gebraucht wird, raus.
  • Hosting prüfen. Ein Server, der 1,5 Sekunden braucht, bis er überhaupt antwortet, lässt sich mit keinem Plugin retten.

Was wir bei Kunden aus Bonn sehen

Wir haben in den letzten Wochen die Seiten unserer Kunden und einige Seiten von Betrieben aus der Region durchgemessen. Das Muster ist immer gleich: Seiten, die mit einem schweren Theme und vielen Plugins gebaut wurden, liegen beim LCP auf dem Handy zwischen 4 und 8 Sekunden. Nach dem Aufräumen, also Bilder optimieren, Plugins reduzieren, Caching einrichten, landen dieselben Seiten bei 1,5 bis 2,5 Sekunden, ohne dass sich am Design etwas ändert. Der Aufwand liegt meist bei einem halben bis einem Tag.

Schwieriger wird es bei Seiten aus Baukästen, bei denen man an den Code nicht herankommt, und bei sehr alten Seiten, bei denen das Aufräumen teurer wäre als ein Neubau. Dann ist das Update ein guter Anlass, über einen Relaunch nachzudenken.

Kein Grund zur Panik, aber ein Grund zu handeln

Das Update wird über mehrere Wochen ausgerollt und nicht jede Seite wird sofort Bewegung sehen. Wer jetzt die Werte prüft und die offensichtlichen Bremsen löst, hat die Hausaufgaben gemacht, bevor Google sie abfragt. Und ganz nebenbei: Eine Seite, die in zwei Sekunden da ist, bringt mehr Anfragen, unabhängig vom Ranking. Besucher warten nicht.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Seite steht, schicken Sie uns die Adresse. Wir messen durch und sagen Ihnen, was zu tun ist. Wie wir Suchmaschinenoptimierung insgesamt angehen, steht auf der Seite SEO aus Bonn.

Passend dazu: Suchmaschinenoptimierung aus Bonn

Oliver Misch, Autor und Geschäftsführer bei webplusmedia

Über den Autor

Oliver Misch

Geschäftsführer der medienplus GmbH, Online-Marketing seit 2006

Oliver baut seit 2006 Webseiten und sorgt dafür, dass sie gefunden werden. Er führt webplusmedia in Bonn-Bad Godesberg, macht die Erstgespräche selbst und schreibt hier über das, was in Projekten mit Betrieben aus der Region wirklich passiert.

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