Wer eine Webseite beauftragt, bekommt schnell Begriffe um die Ohren, die niemand erklärt. Hier stehen die vierzig, die uns in Gesprächen mit Betrieben aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis am häufigsten begegnen. Fehlt einer? Schreiben Sie uns, dann kommt er dazu.
Webseite und Technik
Die Grundlagen, über die man bei jedem Webprojekt spricht: Wie eine Seite gebaut ist, worauf sie läuft und was sie schnell oder langsam macht.
- Responsive Webdesign
- Eine Webseite, die sich an die Bildschirmbreite anpasst: Auf dem Handy stehen die Inhalte untereinander, am Rechner nebeneinander. Es gibt nur eine Seite für alle Geräte, keine getrennte Mobilversion.
- Content-Management-System (CMS)
- Software, mit der man Inhalte einer Webseite ohne Programmierkenntnisse pflegt. WordPress ist das verbreitetste. Für kleine Seiten, die sich selten ändern, geht es auch ohne.
- WordPress
- Freies CMS, auf dem ein großer Teil aller Webseiten läuft. Stärke: Jeder kennt es, es gibt Erweiterungen für fast alles. Schwäche: Zu viele Erweiterungen machen es langsam und angreifbar.
- Plugin
- Erweiterung für ein CMS, die eine Funktion nachrüstet, etwa ein Kontaktformular oder einen Shop. Jedes Plugin kostet Ladezeit und braucht Updates, deshalb lieber wenige gute als viele.
- Theme
- Die Gestaltungsvorlage eines CMS, die Aufbau, Farben und Schriften vorgibt. Ein schlankes, eigenes Theme ist meist schneller und wartbarer als ein gekauftes mit tausend Optionen.
- Hosting
- Der Server, auf dem die Webseite liegt und von dem sie ausgeliefert wird. Für die meisten Betriebe reicht ein Paket bei einem deutschen Anbieter für wenige Euro im Monat.
- SSL-Zertifikat
- Sorgt für die verschlüsselte Verbindung, erkennbar am Schloss im Browser und am https in der Adresse. Heute Pflicht, bei den meisten Hostern kostenlos enthalten.
- Ladezeit
- Die Zeit, bis eine Seite im Browser nutzbar ist. Unter zwei Sekunden auf dem Handy ist das Ziel. Haupttreiber sind Bildgrößen, Skripte und die Antwortzeit des Servers.
Suchmaschinen
Wörter aus der Suchmaschinenoptimierung. Wer sie kennt, versteht Angebote und Berichte und merkt, wenn jemand Unsinn verspricht.
- Suchmaschinenoptimierung (SEO)
- Alle Maßnahmen, mit denen eine Webseite in den unbezahlten Treffern von Google und anderen Suchmaschinen besser gefunden wird: Technik, Inhalte und Signale von außen.
- Local SEO
- Suchmaschinenoptimierung für Suchen mit Ortsbezug, etwa „Steuerberater Siegburg“. Wichtigste Hebel: Google-Unternehmensprofil, einheitliche Adressdaten, Bewertungen und Ortsbezug auf der Seite.
- Keyword
- Der Suchbegriff, für den eine Seite gefunden werden soll. Jede Seite sollte genau ein Hauptthema haben, sonst konkurrieren die eigenen Seiten untereinander.
- Meta-Description
- Kurzer Text, den Google unter dem Seitentitel in den Treffern anzeigt. Beeinflusst nicht die Platzierung, aber ob jemand klickt. Rund 120 bis 140 Zeichen sind sinnvoll.
- Title-Tag
- Der Seitentitel, der im Browser-Tab und als blaue Überschrift in den Google-Treffern steht. Der wichtigste Platz für das Hauptkeyword, höchstens etwa 55 Zeichen.
- Backlink
- Ein Link von einer fremden Webseite auf die eigene. Google wertet ihn als Empfehlung. Wenige Links von passenden, seriösen Seiten zählen mehr als viele gekaufte.
- Google Search Console
- Kostenloses Werkzeug von Google, das zeigt, für welche Suchbegriffe eine Seite erscheint, welche Fehler Google sieht und ob alle Seiten im Index sind.
- Core Web Vitals
- Drei Messwerte von Google für Ladezeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Stabilität einer Seite. Seit 2021 fließen sie ins Ranking ein, vor allem bei der Mobilsuche.
KI und Sichtbarkeit in der KI-Suche
Die jüngsten Begriffe, viele davon erst seit zwei, drei Jahren im Umlauf. Hier ändert sich am meisten, deshalb halten wir diesen Abschnitt besonders aktuell.
- Generative Engine Optimization (GEO)
- Die Arbeit daran, dass ein Betrieb in den Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity genannt wird. Baut auf SEO auf, verlangt aber klarere Antworten und strukturierte Daten.
- KI-Übersicht
- Von Google per KI geschriebene Zusammenfassung, die bei vielen Suchanfragen über den normalen Treffern steht. Quellen werden daneben verlinkt, geklickt wird seltener.
- Sprachmodell
- Die Technik hinter ChatGPT und ähnlichen Diensten: ein System, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, Sprache zu erzeugen. Es formuliert gut, weiß aber nichts von sich aus über Ihren Betrieb.
- KI-Assistent
- Ein Chat-Fenster auf der Webseite, das Kundenfragen mit den Inhalten der Seite beantwortet. Richtig eingerichtet erfindet er nichts und verweist bei Unklarheit auf Sie.
- Retrieval Augmented Generation (RAG)
- Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor jeder Antwort die passenden Stellen aus vorgegebenen Dokumenten heraussucht und nur daraus antwortet. So bleibt ein Assistent bei den Fakten.
- Strukturierte Daten
- Angaben im Quelltext nach dem Standard schema.org, die Maschinen eindeutig sagen, wer Sie sind, was Sie anbieten und wo. Grundlage für Google-Darstellungen und für KI-Antworten.
- llms.txt
- Eine Textdatei im Hauptverzeichnis der Webseite, die KI-Systemen den Aufbau und die wichtigsten Seiten erklärt. Noch kein Standard, aber verbreitet und ohne Nachteil.
- Crawler
- Programm, das Webseiten automatisch abruft und liest, etwa der Googlebot oder die Crawler von OpenAI und Perplexity. Wer sie aussperrt, wird in Suche und KI-Antworten nicht genannt.
Gestaltung und Print
Begriffe aus Gestaltung und Druck, die auch bei Webprojekten auftauchen, weil Logo, Bilder und Drucksachen zusammenpassen sollen.
- Corporate Design
- Das einheitliche Erscheinungsbild eines Betriebs: Logo, Farben, Schriften, Bildsprache. Sorgt dafür, dass Webseite, Visitenkarte und Lieferwagen zusammengehören.
- Vektorgrafik
- Grafik aus mathematisch beschriebenen Formen statt aus Pixeln, deshalb beliebig vergrößerbar ohne Qualitätsverlust. Logos gehören immer als Vektordatei vor, etwa SVG oder PDF.
- CMYK und RGB
- Zwei Farbräume: RGB für Bildschirme, CMYK für den Druck. Wer eine RGB-Datei druckt, bekommt oft flaue Farben. Druckdaten werden deshalb in CMYK angelegt.
- Beschnitt
- Zusätzlicher Rand von meist drei Millimetern um ein Druckprodukt, der nach dem Druck abgeschnitten wird. Ohne Beschnitt entstehen weiße Ränder, wenn die Schneidemaschine minimal abweicht.
- WebP
- Bildformat für das Web, das bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien liefert als JPEG oder PNG. Von allen aktuellen Browsern unterstützt.
- Alt-Text
- Kurze Beschreibung eines Bildes im Quelltext. Wird vorgelesen, wenn jemand die Seite nicht sehen kann, und hilft Google und KI-Systemen, das Bild einzuordnen. Jedes Bild braucht einen.
- Favicon
- Das kleine Symbol im Browser-Tab und in der Lesezeichenliste, meist aus dem Logo abgeleitet. Kleinigkeit, aber eine Seite ohne wirkt unfertig.
- Landingpage
- Eine einzelne Seite für ein konkretes Angebot, auf die Werbung oder ein Flyer führt. Hat ein Ziel, meist eine Anfrage, und wenig Ablenkung.
Recht, Datenschutz und Betrieb
Was rechtlich und organisatorisch zu einer Webseite gehört. Keine Rechtsberatung, aber genug, um zu wissen, wonach man fragen muss.
- DSGVO
- Die europäische Datenschutz-Grundverordnung. Für Webseiten heißt das unter anderem: Datenschutzerklärung, Einwilligung vor dem Laden von Analyse-Werkzeugen, Verträge mit Dienstleistern.
- Die Zustimmung des Besuchers, bevor Cookies gesetzt werden, die nicht technisch nötig sind, etwa für Google Analytics. Ohne Zustimmung darf das Werkzeug nicht laden.
- Auftragsverarbeitung
- Wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten für Sie verarbeitet, etwa der Hoster oder ein KI-Anbieter, braucht es dafür einen Vertrag. Steht meist zum Herunterladen beim Anbieter bereit.
- Impressumspflicht
- Jede geschäftliche Webseite in Deutschland muss ein Impressum mit Firma, Anschrift, Kontakt, Vertretungsberechtigten und Registerangaben haben, leicht erreichbar von jeder Seite.
- Barrierefreiheit
- Eine Webseite, die auch mit Einschränkungen beim Sehen, Hören oder Bewegen nutzbar ist: Kontraste, Tastaturbedienung, Alt-Texte, klare Struktur. Seit 2025 für manche Angebote Pflicht, für alle sinnvoll.
- Google-Unternehmensprofil
- Der kostenlose Eintrag bei Google mit Adresse, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen, der in der Suche und bei Maps erscheint. Für lokale Betriebe oft wichtiger als die Webseite selbst.
- Relaunch
- Der Neubau einer bestehenden Webseite. Entscheidend: alte Adressen weiterleiten, bewährte Inhalte behalten, danach bei Google neu einreichen. Sonst gehen Platzierungen verloren.
- Weiterleitung (301)
- Eine dauerhafte Umleitung von einer alten auf eine neue Adresse. Übergibt die Platzierung der alten Seite an die neue und verhindert Fehlerseiten nach einem Umbau.
Wie Sie das Glossar nutzen
Die Begriffe sind bewusst kurz gehalten. Wo es mehr zu sagen gibt, führt ein Beitrag im Blog weiter, etwa zu den Core Web Vitals, zum Google-Unternehmensprofil oder zum KI-Assistenten. Jeder Eintrag hat eine eigene Sprungmarke, Sie können also direkt auf einen Begriff verlinken, wenn Sie ihn jemandem erklären möchten. Und wenn Sie in einem Angebot, auch in einem von uns, ein Wort finden, das hier fehlt, schreiben Sie uns. Dann kommt es dazu.