Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz im Mai die „AI Overviews“ für alle Nutzer in den USA freigeschaltet: Über den gewohnten zehn Treffern steht jetzt eine von KI geschriebene Antwort, mit ein paar Quellenlinks am Rand. In Deutschland ist das noch nicht angekommen, aber es wird kommen. Zeit, sich anzuschauen, was das für die Webseite eines Betriebs bedeutet.
Was genau passiert
Bei vielen Suchanfragen, vor allem bei Fragen, fasst Google die Antwort in ein paar Sätzen zusammen, bevor die normalen Ergebnisse kommen. Die Zusammenfassung entsteht aus den Inhalten mehrerer Webseiten, die als kleine Kacheln daneben verlinkt sind. Wer die Antwort schon in der Übersicht findet, klickt oft gar nicht mehr. Erste Auswertungen aus den USA zeigen bei betroffenen Suchanfragen deutlich weniger Klicks auf die organischen Treffer, bei manchen Themen um ein Drittel oder mehr.
Nicht jede Suche bekommt eine Übersicht. Bei klaren Kaufabsichten, bei lokalen Suchen nach einem Betrieb in der Nähe und bei sensiblen Themen hält sich Google bisher zurück. Bei „Wie“-, „Was“- und „Warum“-Fragen dagegen ist die Übersicht fast immer da.
Warum das nicht nur eine Google-Frage ist
Parallel wachsen ChatGPT, Perplexity und Microsofts Copilot als eigene Suchwerkzeuge. Alle funktionieren nach demselben Muster: Quellen lesen, Antwort schreiben, wenige Quellen nennen. Was Google jetzt in die Suche einbaut, ist also keine Ausnahme, sondern die Richtung, in die sich das Suchen insgesamt bewegt. Wer heute versteht, wie man in solchen Antworten vorkommt, ist vorbereitet, egal welches System sich durchsetzt.
Was sich für Betriebe aus Bonn konkret ändert
Weniger Klicks für allgemeine Fragen
Ein Blogartikel „Was kostet eine Wärmepumpe?“ wird künftig seltener geklickt, weil die Übersicht die Spanne schon nennt. Solche Inhalte bleiben wichtig, aber sie bringen Besucher nur noch, wenn sie mehr bieten als die Zusammenfassung: echte Preise aus der Region, Beispiele, einen Rechner, eine konkrete Empfehlung.
Mehr Gewicht für lokale und konkrete Suchen
„Heizungsbauer in Bonn-Beuel mit Wärmepumpen-Erfahrung“ beantwortet keine Übersicht, hier zeigt Google weiterhin Betriebe, Karten und Bewertungen. Für lokale Dienstleister verschiebt sich die Arbeit also noch stärker in Richtung Unternehmensprofil, Bewertungen und Leistungsseiten mit Ortsbezug.
Zitiert werden statt nur ranken
Die Quellenkacheln neben der Übersicht sind die neue Pole-Position. Google wählt dafür Seiten, die eine Frage klar und belegbar beantworten, nicht unbedingt die, die auf Platz 1 stehen. Eine Unterseite mit einer präzisen Antwort im ersten Absatz hat bessere Chancen als ein langer Text, der um das Thema kreist.
Wie Sie Ihre Seite vorbereiten
- Jede wichtige Frage auf einer eigenen Seite oder unter einer eigenen Zwischenüberschrift beantworten, und zwar im ersten Satz, nicht erst nach der Einleitung.
- Zahlen, Zeiträume, Preise und Orte nennen. Vage Formulierungen kann die KI nicht zitieren.
- Strukturierte Daten für Betrieb, Leistungen und häufige Fragen im Quelltext hinterlegen, damit die Maschine Sie eindeutig einordnen kann.
- Erfahrung zeigen: Wer schreibt, seit wann, mit welchen Projekten. Google nennt das E-E-A-T und gewichtet es seit letztem Jahr stärker.
- Das Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen, weil lokale Suchen die Übersicht meist umgehen.
- Prüfen, ob die Seite für die Crawler der KI-Anbieter erreichbar ist. Manche Hoster und Plugins sperren sie standardmäßig.
Was Sie nicht tun sollten
Die Crawler pauschal aussperren, um „nicht ausgenutzt zu werden“. Wer nicht gelesen wird, wird auch nicht genannt. Die Seite mit KI-generierten Fragetexten fluten, um möglichst viele Übersichten zu treffen. Google hat im März mit dem Core Update genau solche Seiten massenhaft abgewertet. Und: in Panik verfallen. Die Umstellung läuft über Jahre, und die Grundlagen bleiben dieselben wie immer, nur konsequenter.
Wie wir das einordnen
Wir behandeln die KI-Übersichten als Erweiterung der klassischen Suchmaschinenoptimierung und nennen das inzwischen GEO, Generative Engine Optimization. Die Arbeit überschneidet sich zu großen Teilen: klare Antworten, saubere Struktur, einheitliche Daten, echte Erfahrung. Was neu dazukommt, ist das Messen, ob und wie ein Betrieb in KI-Antworten vorkommt. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite GEO aus Bonn, die Grundlagen dazu auf der Seite Suchmaschinenoptimierung.
Passend dazu: GEO: Sichtbarkeit in der KI-Suche