Google hat im Sommer angekündigt, bis März 2021 alle Webseiten auf die sogenannte Mobile-first-Indexierung umzustellen. Ursprünglich sollte das schon im September passieren, wegen der Pandemie wurde der Termin verschoben. Für viele Betriebe in Bonn ändert sich dadurch nichts. Für einige aber sehr viel.
Was Mobile first bedeutet
Bisher hat Google eine Webseite so bewertet, wie sie am Desktop-Rechner aussieht. Mit der Umstellung schaut sich der Googlebot nur noch die Version an, die ein Smartphone bekommt. Was dort nicht zu sehen ist, existiert für Google nicht mehr. Das betrifft Texte, Bilder, Links und strukturierte Daten.
Der Grund ist einfach: Seit ein paar Jahren kommt bei den meisten Seiten mehr als die Hälfte der Besucher über das Handy. Google will bewerten, was die Mehrheit sieht. Für neue Webseiten gilt das schon seit 2019, jetzt werden auch alle alten Seiten umgestellt.
Wer sich keine Sorgen machen muss
Wenn Ihre Webseite responsiv gebaut ist, also dieselben Inhalte auf allen Geräten zeigt und sich nur die Anordnung an die Bildschirmbreite anpasst, ändert sich nichts. Das betrifft die meisten Seiten, die in den letzten fünf Jahren entstanden sind. Sie können prüfen, ob das bei Ihnen so ist, indem Sie das Browserfenster am Rechner schmal ziehen: Ordnen sich die Inhalte neu an und bleibt alles da, ist die Seite responsiv.
Wer jetzt handeln sollte
Seiten mit eigener Mobilversion
Manche älteren Seiten haben unter einer Adresse wie m.firma.de eine eigene, abgespeckte Handyversion. Oft fehlen dort Texte, Unterseiten oder Bilder, weil man damals dachte, am Handy wolle das niemand lesen. Genau diese fehlenden Inhalte fallen jetzt aus dem Index. Wer so eine Seite hat, sollte sie bis März auf eine responsive Lösung umstellen oder zumindest dafür sorgen, dass die Mobilversion alles enthält, was die Desktop-Version hat.
Seiten, die am Handy Inhalte ausblenden
Verbreitet bei Baukasten-Seiten und manchen WordPress-Themes: Am Desktop steht ein langer Text, am Handy wird er per Einstellung versteckt, damit die Seite kürzer wirkt. Für Google ist der Text damit weg. Besser: Text zeigen, notfalls in aufklappbaren Abschnitten. Aufgeklappte oder zugeklappte Inhalte zählen, ausgeblendete nicht.
Seiten ohne Mobilversion
Es gibt sie noch: Webseiten, die am Handy so aussehen wie am Rechner, nur winzig, mit Zoomen und seitlichem Scrollen. Google bewertet sie schon seit Jahren schlechter, mit der Umstellung wird es nicht besser. Hier hilft nur ein Neubau, und der lohnt sich unabhängig von Google, weil kaum noch jemand auf so einer Seite anruft.
So prüfen Sie Ihre Seite
- Search Console öffnen. Unter „Einstellungen“ steht, ob Ihre Seite schon vom Smartphone-Googlebot gecrawlt wird. Steht dort „Googlebot für Smartphones“, ist die Umstellung bei Ihnen bereits passiert.
- Test auf Optimierung für Mobilgeräte. Googles kostenloses Werkzeug zeigt, ob die Seite am Handy nutzbar ist und welche Probleme es sieht: zu kleine Schrift, zu enge Links, Inhalte breiter als der Bildschirm.
- Inhalte vergleichen. Rufen Sie drei wichtige Unterseiten einmal am Rechner und einmal am Handy auf. Fehlt am Handy etwas? Dann fehlt es bald auch bei Google.
- Bilder und Alt-Texte prüfen. Manche Mobilversionen laden Bilder anders ein, ohne Beschreibung. Auch das zählt jetzt.
Was sich sonst noch ändert
Mit dem Smartphone-Bot wird Google auch strenger bei Ladezeiten, denn ein Handy im Mobilfunknetz ist langsamer als ein Rechner am Kabel. Große Bilder, schwere Skripte und Seiten, die drei Sekunden brauchen, bis etwas zu sehen ist, fallen jetzt mehr ins Gewicht. Google hat dazu für das nächste Jahr bereits ein eigenes Update angekündigt, bei dem Messwerte für Ladezeit und Stabilität direkt ins Ranking einfließen sollen.
Und: Pop-ups, die beim Aufruf am Handy den ganzen Bildschirm verdecken, etwa für Newsletter oder Rabatte, bewertet Google als störend. Cookie-Hinweise sind davon ausgenommen, solange sie den Inhalt nicht vollständig verdecken.
Unsere Empfehlung für die nächsten Monate
Nehmen Sie das Handy in die Hand und gehen Sie Ihre Seite durch, so wie ein Kunde es tun würde: Startseite, eine Leistung, Kontakt, Anruf. Was dabei hakt, hakt auch bei Google. Die meisten Probleme lassen sich bis März beheben, ohne die Seite neu zu bauen. Wo das nicht reicht, ist ein Neubau mit Mobile first als Ausgangspunkt der bessere Weg, und so bauen wir seit einigen Jahren jede Seite: zuerst für das Handy, dann für den großen Bildschirm. Mehr dazu auf der Seite Webdesign aus Bonn.
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